Leben: Die Schule des Wachstums

„Siehe, ich lege euch heute Segen und Fluch vor. Den Segen, so ihr gehorchet den Geboten von HASCHEM eurem G“tt, die ich euch heute gebiete“Dewarim 11:26

Es gibt zwei Pfade vor dir…

In diesen Pssukim legt die Torah zwei verschiedene Pfade aus. Ein Pfad führt zu ultimativem Erfolg und Segen, der andere zu Verwüstung und Flüchen. Wenn du den Wegen von HASCHEM folgst, wirst du reichlich belohnt. Du wirst mit enormer Freude und Befriedigung auf deine Jahre der Opferung zurückschauen, und dir selbst sagen: „Welchen Preis auch immer ich bezahlte, war es so wert. Ich werde jetzt entschädigt, jenseits allem was ich mir vorstellen könnte.“ Auf der anderen Seite, wenn du den Wegen der Torah nicht folgst, wird eine Zeit kommen zu der du deinen Fehler zu tief bereuen wirst, und du wirst zurückschauen und sagen: „Kummer mir! Wie konnte ich so dumm sein? Wie konnte ich so ärmlich entscheiden?“.

Ein Maschal fürs Leben

Der Daas Sekeinim bringt Licht in dieses Konzept, mit einem Maschal. Er sagt es sei vergleichbar zu einer Querstrasse. Ein Weg beginnt als schwieriger dorniger Pfad, dann öffnet er sich und der Rest des Weges ist frei. Der andere Weg beginnt als glatter Weg, endet aber in einem dornigen Dickicht. Ein alter Mann sitzt an der Kreuzung und warnt die Passanten: „Sei vorsichtig. Dieser Weg beginnt glatt, endet aber vollständig dornig. Wähle besser den anderen Weg. Obwohl er als schwieriger Pfad beginnt, öffnet er sich und wird dich wohl führen“. Jeder der auf den Mann hört, arbeitet zu Beginn seiner Reise, wird aber den Rest seiner Wanderung in Ruhe zurücklegen; wohingegen jeder der den Rat des alten Mannes ignoriert, während dem Rest seiner Reise in Dornen verfangen sein wird.

Der Daas Sekeinim erklärt, dass es dies ist, was die Torah uns mitteilt. Wenn ein Mensch sündigt und seinen Neigungen folgt, wird er auf dieser Welt Komfort finden, wenn er aber stirbt, wird er ins Gehennom gehen, welches gänzlich aus Dornen besteht. Wenn jemand auf dieser Welt aber arbeitet, und sich im Torah Studium und mit den Mitzwot bemüht, wird er die kommende Welt verdienen, welche gänzlich aus Güte, Freude und Glück besteht.

Was erreichen wir durch das Gleichnis?

Dieser Daas Sekeinim ist schwer zu verstehen, da die Bedeutung der Pssukim offensichtlich erscheinen – diene HASCHEM und du wirst Segen erhalten; verletze die Mitzwot und du wirst verflucht. Es scheint nicht, dass er mit seinem Maschal viel zu unserem Verständnis beiträgt. Wenn der Punkt darin liegt, dass es in dieser Welt keine Bestrafung und Belohnung gibt, sondern erst in der Kommenden, bedürfte dieses Konzept keiner Parabel. Lege einfach fest: „die Torah bezieht sich auf die kommende Welt“. Was versucht uns der Daas Sekeinim durch dieses Maschal nahezubringen?

Um dies zu verstehen, brauchen wir eine andere Perspektive auf das Leben.

Progressives Gewichtstraining

Ein ziemilch jeschiwischer Kamerad ging zu einem Krafttrainings – Fintenesscenter, um zu trainieren. Als Kind hatte er wenig Erfahrung mit Sport und war klar nicht in seinem Element. Dies erkennend, zeigte ihm der Trainer verschiedene Übungen und arbeitete gründlich mit ihm. Eines Tages hörte jemand wie dieser Kamerad sagt: „Dieser Trainer, ich weiss nicht was mit ihm los ist. Jedes Mal wenn ich eine Übung richtig hinbekomme, kommt er und gibt noch mehr Gewicht auf die Stange. Was stimmt nicht mit ihm?“

Der Punkt den dieser Kamerad übersah war, dass progressives Gewichtstraining darin besteht, die Last zu erhöhen. Das Ziel der Aktivität ist, den Körper zum Wachsen zu überreden. Durch allmähliches Steigern der Last, wird der Körper dazu berufen, zu reagieren. Das Training sollte nie einfach sein. Die Natur der Aktivität liegt darin, die Anforderungen an den Körper schrittweise zu erhöhen, um ihn dadurch dazu zu veranlassen, zu wachsen.

Dies ist eine gute Parabel, da wir ihm Leben in viele Situationen hineingelegt werden. Wenn jemand nicht versteht, warum er auf diesen Planeten gelegt wurde, wird er viele Fragen haben. Warum ist das Leben so schwer? Warum ist es, dass wenn ich Dinge endlich unter Kontrolle bringe, ein ganzer neuer Satz von Umständen auftritt, welcher alles aus dem Gleichgewicht bringt? Warum kann das Leben nicht bloss einfach sein?

Der Punkt den er verpasst, ist genau der Grund für das Leben. HASCHEM hat uns auf diesen Planeten gelegt, um zu wachsen. Viele der Herausforderungen und Situationen werden uns speziell aus diesem Grund gegeben. Es ist kein Zufall und es ist nicht weil HASCHEM nicht Acht gibt. Genau im Gegenteil, diese Situationen wurden handgefertigt um von uns zu fordern. Sie sind Katalysatoren, um zu ändern wer wir sind.

Im Krafttraining ist die Bewegung der Stange nicht der bedeutende Teil; die Anforderung an den Körper ist es. So ebenfalls im Leben, sind die Situationen denen ich begegne viel weniger bedeutend als meine Reaktionen auf sie. Was ich werde, ist ein Resultat meiner Einstellung und der Art, wie ich mit meinen Herausforderungen umgehe.

Wenn eine Person diese Perspektive versteht, macht das Leben selbst einen Sinn. Wenn nicht, sehen die Situationen des Lebens willkürlich und unfair aus.

Die Antwort: warum der Daas Sekeinim ein Maschal nutzte

Die Antwort auf den Daas Sekeinim scheint zu sein, dass dieses Maschal unseren Pfad im Leben beschreibt. Der Weg den zu nehmen von uns verlangt wird, ist nicht einfach. Er ist nicht mit Rosen beladen und riecht nicht nach Lavendel. Er hat Dornen. Ein richtig geführtes Leben wird Momente von Zweifel, Schmerz und Verwirrung haben. Dies bedeutet nicht, dass wir uns auf dem falschen Weg befinden. Genau im Gegenteil, wenn das Leben zu einfach geht, ist es ein schlechtes Signal. Da der Zweck des Lebens darin liegt, zu wachsen, brauchen wir die Herausforderungen des Lebens um uns dabei zu helfen unser Potential zu erreichen. Wenn der Weg zu eben ist, ist es wie ein Signal, dass wir den falschen Pfad gewählt haben.

Haschem möchte, dass wir unseren Aufenthalt auf der Erde geniessen, es gibt aber einen Plan und einen Zweck für alles. Wenn jemand sein Leben entsprechend der Torah lebt, findet er tiefe Zufriedenheit, ein inneres Gefühl von Frieden und Ruhe, und wahre Simcha. Es ist aber kein Spaziergang im Park. Es gibt viel Arbeit entlang dem Weg. Es gibt Prüfungen, Mühen und Umstände welche das Wachsen fördern. Reagiert ein Mensch angemessen, findet er ein Gefühl von innerem Frieden, da er sich in Zusammenklang mit dem Zweck seines Lebens befindet. Dieses Gefühl des Gleichgewichts ist ein Indikator dafür, dass er sich auf dem richtigen Pfad befindet und die Arbeit die er in diesen Weg investiert, ihm wahre Freude, Glück und Stolz auf dieser Welt und noch viel mehr in der kommenden Welt bringen wird.

Dies ist ein Auszug aus dem Shmuz auf dem Parsha Buch..

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