Visualisierungen nutzen

Mosche Rabeinu sprach zum jüdischen Volk: „An diesem Tage gebietet dir HASCHEM auszuüben diese Satzungen und Vorschriften…“ – Dewarim 26:16

Raschi hat Mühe damit, dass Mosche die Worte an diesem Tage nutzt, welche implizieren, dass HASCHEM den Juden erst an diesem Tage befahl, die Mitzwot zu halten, wobei HASCHEM dem jüdischen Volk die Mitzwot in Wirklichkeit beinahe 40 Jahre früher gab.

Raschi beantwortet diese Frage mit der Erklärung, dass Mosche ihnen mitteilte: „Jeden Tag seien sie neu in deinen Augen, als ob sie dir an diesem Tage befohlen worden wären“. Mit anderen Worten sollte eine Erregung bestehen mit der wir die Mitzwot ausüben, eine Frische und neue Energie, als ob es das erste Mal wäre wo wir von ihnen hören.

Wie kann die Torah erwarten, es soll noch immer neu sein?

Dieser Raschi ist schwer zu verstehen, da wir wissen, dass es für jede Erfahrung ein erstes Mal gibt. Das erste Mal kann das beste Mal sein, aber es gibt nur ein erstes Mal. Wenn etwas neu ist, ist es originell, aufregend und frisch, aber diese Neuheit schwindet schnell; die Aufregung nimmt ab. Der Wert der Erfahrung ist nicht minder, aber diese frische Neuheit ist vergangen. Dies ist eine Realität des Lebens. Wie kann die Torah also vom jüdischen Volk erwarten, alte Mitzwot zu betrachten, als wären sie an diesem Tage gegeben worden, wenn dem einfach nicht so ist? Und wie kann die Torah, tausende Jahre nachdem die Mitzwot gegeben wurden, von mir verlangen, jede Mitzwa zu betrachten, als wäre es das erste Mal wo ich sie erfülle?

Die Antwort auf diese Frage liegt im Verständnis gewisser Werkzeuge welche HASCHEM dem Menschen gegeben hat.

Die Kraft der Einbildung

Wenn du dich an das Lesen einer gut geschriebenen Erzählung in der Kindheit erinnerst, würdest du dich an einem Ort antreffen wo du nie zuvor gewesen bist. Du bist vielleicht in das 17te Jahrhundert gebracht worden, als ein Pirat die sieben Meere durchsegelnd. Dort warst du, draussen auf dem Ozean mit dem Hüpfen und Schaukeln der Wellen, deine Feinde bekämpfend während sie versuchen dein Schiff zu entern. Die Sonne glitzert in deinen Augen, du zogst dein Schwert aus seiner Scheide, bereit für den Kampf. Die Feinde enterten dein Schiff, du stösst deinen Fuss in das Deck, die Faust fest um das Schwert klammernd, bereit zu springen. Und plötzlich rief dich deine Mutter zum Essen. Fort war das Piratenschiff, fort waren die Scheide und das Schwert, und grob wurdest du in die Realität zurückgeholt.

Dies ist ein Beispiel der Vorstellungskraft bei der Arbeit. Die Vorstellung ist ein mächtiges Werkzeug welches HASCHEM aus einigen Gründen in den Menschen gelegt hat. Einer ihrer Funktionen liegt darin, eine Szene, eine Zeit oder eine Begebenheit real zu gestallten. Es kann mich in eine andere Zeit versetzen, in ein Land welches ich noch nie gesehen habe, zu einer Erfahrung die ich noch nie erlebt habe, und doch bin ich es gerade dort. Ich fühle es. Ich erlebe es. Und im inneren Auge, geschehen mir diese Ereignisse tatsächlich. Ich kann sogar physiologische Reaktionen auf das Ereignis haben; mein Puls wird schneller, mein Blutdruck wird höher, und meine Handflächen werden zu schwitzen beginnen, als ob ich diese Erfahrung erlebe. Wenn du jemals während dem Lesen eines Buches geweint hast, obwohl du gewusst hast, dass die Ereignisse darin niemals stattgefunden haben, ist es ein klassisches Beispiel dieses Phänomens.

Visualisierungen nutzen

Einbildung ist auch ein Werkzeug welches einer Person helfen kann, Erfolg zu erreichen. Olympische Athleten sind dazu trainiert, Techniken zu nutzen die Visualisierungen genannt werden. Ein Wasserspringer wird sich selbst hoch auf dem Podium sehen, das Wasser darunter glitzernd. Er ist dort im Stadium mit der anfeuernden Menge, wenn er seinen Sprung einwandfrei durchführt. Er lebt diese Erfahrung in seinem Geist, und es beeinflusst später seine Leistung auf eine sehr wirkliche Weise. Er war bereits vorher dort, und hat es getan.

Die Ergebnisse der Nutzung von Visualisierungen sind mächtig. Studien zeigen, dass nicht nur Athleten welche sie nutzen sich verbessern, sondern auch viele andere Leute deren Aktivitäten Spitzenleistung erfordern. Von einem Verkäufer welcher ein neues Gespräch angeht, bis zu einem Chirurgen der eine komplizierte Operation durchführt, kann die Leistung sehr gesteigert werden, wenn man das Ereignis erfolgreich geschehen sieht.

Dies scheint die Antwort auf diesen Raschi zu sein. Die Torah sagt uns, dass eine Person die Mitzwot als wären sie brandneu betrachten kann und soll, als hätte ich von ihnen an diesem Tag zum ersten Mal gehört. In meinem Geist kann ich diese Frische fühlen, wenn ich diese Technik nutze um zu visualisieren, dass ich heute zum ersten Mal von ihnen habe. Und dies kann Frische und neue Energie bringen, in die Art auf welche ich diese Mitzwot durchführe.

Dieses Konzept ist etwas das sehr nützlich ist, in unserer Awodat HASCHEM.

Wertvoller als schönes Gold

Dovid Hamelech erklärt: „Die Torah ist für mich kostbarer als schönes Gold“. Chasal erklären uns, dass „bloss ein Hauch der kommenden Welt vergnüglicher ist, als alle Vergnügungen dieser Welt“. Könntest du dir den Einfluss auf dein Leben vorstellen, wenn du wirklich so fühlen würdest? Könntest du dir den Effekt auf deinen Enthusiasmus für die Mitzwot vorstellen, wenn du für eine Minute so fühlen würdest? Die Änderung in deinem Leben würde enorm sein.

Das Problem ist, dass wir nicht so fühlen. Es ist nicht, dass ich es nicht möchte; ich fühle einfach nicht so. Zugegeben die Mitzwot sind wichtig, und ich erkenne ihren Platz, aber wirklich zu fühlen, dass sie wertvoller sind als Gold und Silber, geht einfach nicht richtig. Es kann aber wirklich werden, wenn ich meine Augen schliesse und mir die Schatzkammer eines Königs vorstelle, gefüllt mit Truhen und Truhen voller Goldstücke, Diamanten, Saphiren und Perlen… und dann stelle ich mir vor, dass ich jedes Mal wenn ich ein Sefer öffne um zu lernen oder angemessen zu dawenen, einen weiteren kostbaren Stein in mein Lagerhaus von schönen Edelsteinen hinterlege.

Die Torah lehrt uns, dass Visualisierungen wirken, und wir sie nutzen können. Die Realität ist, dass wir sie die ganze Zeit erleben. Unsere Vorstellung ist lebhaft und kräftig. Der Schlüssel liegt darin, es zu nutzen, ohne zuzulassen, dass es uns kontrolliert.

Motivation ist essentiell für Erfolg in jeglichem Bestreben im Leben. Eine Person kann alle Talente der Welt haben, wenn sie aber keinen Antrieb für Erfolg hat, wird sie nicht erfolgreich sein. Eine der Techniken die erfolgreiche Athleten, Unternehmer und Führer der Welt nutzen, um sich zu motivieren ist Visualisierung – das Ereignis sehen, es zu leben, und es zu erfahren – alles durch die Nutzung ihrer Vorstellung.

Aus diesem Grunde gab uns HASCHEM die Kraft der Vorstellung als ein Werkzeug welches benutzt werden soll, um uns darin zu unterstützen, unsere potenzielle Grösse zu erreichen.

Dies ist ein Auszug aus dem Shmuz auf dem Parsha Buch..

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